Die Anpassung an den Klimawandel erfordert neue Praktiken in allen Bereichen unseres Lebens. Ob Infrastruktur, Wirtschaft, Mobilität, Gesundheit oder Dorfplanung – überall müssen wir unsere Strukturen an die veränderten klimatischen Bedingungen anpassen. Dazu gehört selbstverständlich auch der konsequente Schutz unseres Klimas. Gerade im Verkehrssektor sehen wir als SPD einen wichtigen Ansatzpunkt für wirksamen Klimaschutz. Aber warum?
Verkehr als wichtiger Hebel für den Klimaschutz
Der Verkehrssektor in Deutschland ist für knapp 20 % der gesamten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Das entspricht etwa 143 bis 146 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten pro Jahr in den Jahren 2024 und 2025. Der mit Abstand größte Anteil, rund 72 %, entsteht dabei im Straßenverkehr. Trotz verschiedener Programme stagnieren diese Zahlen seit Jahren und eine deutliche Verbesserung ist bislang nicht in Sicht. Deshalb gewinnt die Elektromobilität – und damit vor allem das Elektroauto – zunehmend an Bedeutung.
Also eine Versorgungslücke?
Viele Menschen interessieren sich inzwischen für ein Elektroauto oder können sich zumindest vorstellen, künftig eines zu nutzen. Häufig scheitert diese Entscheidung jedoch an der fehlenden Ladeinfrastruktur. Ein dichtes Netz an Ladesäulen ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Elektromobilität im Alltag praktikabel wird.
Auch in Heiden zeigt sich dieses Bild. Aktuell stehen rund acht öffentliche Ladestationen zur Verfügung. Vier davon befinden sich im Ortskern rund um die Bahnhofstraße und die Borkener Straße. Weitere Ladepunkte gibt es in der Nähe der Vogelsiedlung sowie im Industriegebiet. Auffällig ist jedoch, dass einer der beliebtesten und meistbesuchten Orte in Heiden bislang ohne Ladeinfrastruktur auskommt: das Sport- und Freizeitzentrum.
Sportzeit sinnvoll nutzen
Dabei bietet gerade dieser Standort ein großes Potenzial. Laut Befragungen des Statistischen Bundesamtes verbringen Menschen in Deutschland im Durchschnitt fast vier Stunden pro Woche mit sportlichen Aktivitäten. Diese Zeit ließe sich ideal nutzen, um ein Elektroauto zu laden. Wer auf dem Sportplatz von Victoria Heiden trainiert oder ein Spiel besucht, in der Sporthalle der Mariengrundschule aktiv ist, auf der Tennisanlage im Freizeitzentrum spielt oder im Sommer Zeit im Freibad verbringt, könnte sein Fahrzeug währenddessen problemlos laden. Die Einrichtung zusätzlicher Ladepunkte an diesem Standort könnte daher sowohl den Heidener Bürgerinnen und Bürgern als auch auswärtigen Besucher*innen einen attraktiven und praktischen Ladeort bieten. Gleichzeitig würde die Gemeinde Heiden damit einen weiteren Beitrag zur Förderung nachhaltiger Mobilität leisten.
Unser Antrag
Aus diesem Grund haben wir als SPD-Fraktion am Montag einen Antrag für die Sitzung des Gemeinderates am 18. März eingebracht. Darin bitten wir die Verwaltung zu prüfen, ob an dem vorgeschlagenen Standort Ladepunkte für Elektroautos eingerichtet werden können. Im Rahmen dieser Prüfung soll untersucht werden, welche technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen dafür notwendig sind. Außerdem soll geprüft werden, welche Förderprogramme von Bund, Land oder anderen Institutionen – beispielsweise aus dem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) – für ein solches Projekt genutzt werden könnten. Zusätzlich soll bewertet werden, ob eine Umsetzung durch die Gemeinde selbst sinnvoll ist oder ob eine Zusammenarbeit mit einem regionalen Energieversorger, etwa den Stadtwerken Borken oder einem vergleichbaren Anbieter, wirtschaftlicher wäre. Die Ergebnisse dieser Prüfung sollen anschließend dem Rat vorgestellt werden, damit auf dieser Grundlage über das weitere Vorgehen beraten und entschieden werden kann.
Für uns als SPD ist klar: Wenn wir den Verkehr klimafreundlicher gestalten wollen, müssen wir die Voraussetzungen dafür vor Ort schaffen. Elektromobilität kann nur dann funktionieren, wenn Menschen ihr Fahrzeug im Alltag unkompliziert laden können. Deshalb setzen wir uns dafür ein, Ladeinfrastruktur gezielt dort auszubauen, wo viele Menschen regelmäßig Zeit verbringen. Das Sport- und Freizeitzentrum ist dafür ein naheliegender und sinnvoller Standort. Unser Ansatz ist dabei pragmatisch: Wir wollen Möglichkeiten prüfen, Fördermittel nutzen und – wenn sinnvoll – mit regionalen Partnern zusammenarbeiten. So können wir Schritt für Schritt eine moderne und nachhaltige Mobilität in Heiden stärken und gleichzeitig konkrete Verbesserungen für Bürger*innen und Gäste unserer Gemeinde erreichen.
Hier ist der gesamte Antrag zu finden.
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