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23.08.2018

 

Für eine nachhaltige und zukunftssichere Landwirtschaft

Antrag des SPD Ortsvereins Heiden an den Unterbezirksparteitag

 

Es ist langjährige Tradition des SPD Ortsvereins Heidens, sich mit den Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft zu beschäftigen und dabei auch das Gespräch mit den hiesigen Bauern zu suchen. Angesichts der in diesem extrem trockenen Sommer aufgetretenen Dürreschäden ist die Problematik der zunehmenden Industrialisierung der Landwirtschaft wieder stark ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Der SPD Ortsverein Heiden hat jetzt den nachfolgenden Antrag an den kommenden Unterbezirksparteitag gestellt.

 

Der Unterbezirksparteitag möge beschließen:

 

Der SPD-Parteivorstand wird aufgefordert, eine Expertenkommission einzuberufen, die sich mit der Zukunft einer nachhaltigen Landwirtschaft in Deutschland beschäftigt. Gleichzeitig werden die Ortsvereine im Unterbezirk aufgerufen, diese Thematik vor Ort mit Vertretern von Umweltschutzorganisationen und Landwirten zu diskutieren.

 

Begründung: 

 

Dieser Sommer hat es wieder einmal gezeigt, die Landwirtschaft wie sie derzeit im westlichen Münsterland betrieben wird, befindet sich in einer Sackgasse. Monokulturen, hier ist natürlich besonders der Mais zu nennen, führen zu einer besonderen Anfälligkeit gegenüber außergewöhnlichen Wetterlagen. Leider steht zu befürchten, dass aus diesen in Zukunft gewöhnliche Wetterlagen werden. Ein Umsteuern in der Landwirtschaft ist unseres Erachtens nach zwingend geboten. Allerdings unterliegen auch die Landwirte wirtschaftlichen Zwängen und können oft aus dem vorhandenen System gar nicht ausbrechen. Dies führt dann zu den bekannten Phänomenen, zu viele Tiere für das vorhanden Land, intensivste Bewirtschaftung der Flächen, Pflanzen, die viel Stickstoff benötigen bzw. vertragen (Gülle) als Tierfutter und damit schlussendlich zu den Monokulturen, also zum Mais.

 

Gleichzeitig belastet das Nitrat unser Grundwasser immer stärker, so bezahlt der Bürger am Ende die „billigen“ Lebensmittel teuer, da er, verursacht durch die teure Aufbereitungstechnik, hohe Wassergebühren zahlen muss und, wie in diesem Jahr, zusätzlich zu den normalen Subventionen, auch noch Dürrenothilfen als Steuerzahler finanziert.

 

Gleichwohl führen die Subventionen dazu, dass Deutschland in großem Maßstab billige Lebensmittel exportiert und auch noch die lokale Landwirtschaft in Entwicklungsländern bedroht.

 

Eine weitere Bedrohung geht von der derzeitigen Landesregierung NRW aus. Durch die Rücknahme diverser Gesetze ist es nun wieder möglich, fabrikähnliche Mastställe überall in die Landschaft zu bauen, ohne Rücksicht auf Mensch und Natur. 

Dies kann und darf nicht so weiter gehen, es muss ein Umsteuern in der Landwirtschaft geben hin zu nachhaltiger Bewirtschaftung, die alle Interessen bestmöglich berücksichtigt.

 

Deshalb fordern wir die Einsetzung einer Expertenkommission, die alle Beteiligten an einen Tisch bringt, auch und vor allem die Betroffenen, d.h. die Landwirte. Es ist unsinnig zu glauben dass ein Systemwechsel ohne die Landwirte möglich wäre. Auch ein dogmatischer Ansatz, nur noch Ökolandbau zu fördern, hilft in der Praxis nicht, denn die Hürden sind hoch und würden viele abschrecken. Ziel muss es viel mehr sein, den Betrieben ein nachhaltiges Wirtschaften zu ermöglichen.

Das bedeutet:

-       Tierbestand an die Flächen koppeln

-       Qualität vor Quantität

-       Schonung der Landschaft und der Wildtiere durch späteres Mähen

-       Gezielte Unterstützung für Blühstreifen und abwechselnde Fruchtfolge, z.B. auch mit

        alten Getreidesorten

-       Rückwandlung von Ackerflächen in Weiden

-       Wiederherstellung von Wallhecken als landschaftliches Gestaltungselement und zum

        Tierschutz

-       Reduzierung und möglichst Verbot von Antibiotika in der Tierhaltung

-       Verbot von Aussortieren des „falschen Geschlechts“ in der Geflügelzucht

-       Etc.   

-        

Die Kommission soll dann Möglichkeiten erarbeiten, wie die vorhandenen Subventionen so umgestaltet werden können, dass Landwirte die diesen Weg gehen, gefördert werden. Gleichzeitig müssen Vorschriften und Gesetze derart modifiziert werden, dass eine industrielle Massentierhaltung unwirtschaftlich wird.